Tauwetter

Noch liegt Winterhauch über dem Land
Doch blühen bereits wilde Schlehen
Dicke Hummeln umschwirren ihr Weiß
Falscher Schnee, der Frühling flüstert

Die Weiden zeigen furchtlos erste Blätter
Auch manche Birke trägt schon grüne Spitze
Buchen und Kastanien schlafen noch
Unter der Rinde strömen Träume von Sommer

Um diese Zeit gehört der Wald den Meisen
Emsig jubilieren sie in den Büschen
Ein Milan dreht darüber einsame Kreise
Lautstark ersehnt er sein Weibchen

Wie rasch die Sonne in allem Leben weckt
Steht sie erst handbreit über dem Horizont
Blattlose Forsythien glühen golden
Frühlingsgebet und Spiegel ihrer Kraft

Tauwetter