<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom" version="2.0">
  <channel>
    <atom:link href="https://steffen-geyer.de/lyrik/rss.xml" rel="self" type="application/rss+xml"/>
    <title>Geyerlei Gereimtes</title>
    <link>https://steffen-geyer.de/lyrik/</link>
    <description>Lyrik von Steffen Geyer</description>
    <copyright>Alle Texte und Bilder Copyright ©2025 Steffen Geyer</copyright>
    <lastBuildDate>Tue, 31 Mar 2026 11:58:05 +0200</lastBuildDate>
    <item>
      <title>Tauwetter</title>
      <link>https://steffen-geyer.de/lyrik/tauwetter</link>
      <image>https://steffen-geyer.de/lyrik/bl-content/uploads/pages/ad5aa406d69649c1f7235719696945c0/tauwetter.jpg</image>
      <description>&lt;p&gt;Noch liegt Winterhauch über dem Land&lt;br&gt;Doch blühen bereits wilde Schlehen&lt;br&gt;Dicke Hummeln umschwirren ihr Weiß&lt;br&gt;Falscher Schnee, der Frühling flüstert&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Weiden zeigen furchtlos erste Blätter&lt;br&gt;Manch' Birke trägt schon grüne Spitze&lt;br&gt;Buchen und Kastanien schlafen noch&lt;br&gt;Unter ihrer Rinde Träume von Sommer&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Um diese Zeit gehört der Wald den Meisen&lt;br&gt;Emsig jubilieren sie in den Büschen&lt;br&gt;Ein Milan dreht darüber einsame Kreise&lt;br&gt;Lautstark ersehnt er sein Weibchen&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wie rasch die Sonne in allem Leben weckt&lt;br&gt;Steht sie erst handbreit über dem Horizont&lt;br&gt;Blattlose Forsythien glühen golden&lt;br&gt;Frühlingsgebet und Spiegel ihrer Kraft&lt;/p&gt;</description>
      <pubDate>Fri, 27 Mar 2026 13:09:46 +0100</pubDate>
      <guid isPermaLink="false">ad5aa406d69649c1f7235719696945c0</guid>
    </item>
    <item>
      <title>Heißer Abschied</title>
      <link>https://steffen-geyer.de/lyrik/hei%C3%9Fer-abschied</link>
      <image>https://steffen-geyer.de/lyrik/bl-content/uploads/pages/9de9efd1d614f374deb6f91adb884787/brennende-gitarre.jpg</image>
      <description>&lt;p&gt;Lodernde Flammen, es tanzen die Funken&lt;br&gt;Um mich Menschen, vom Gewesenen trunken&lt;br&gt;Was heiß wir geliebt, letzte Wärme spendet&lt;br&gt;Schweigend verstehen, dass hier etwas endet&lt;br&gt;Denn es gehört zu den menschlichsten Sachen&lt;br&gt;Zum Abschied gemeinsam Feuer zu machen&lt;br&gt;Es rollt eine Träne, Glut knistert lustig&lt;br&gt;Wie wirst du mir fehlen, &lt;a title="Liedermacher:innen-Festial in Deutzen (bei Leipzig)"&gt;adriAkustik&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;</description>
      <pubDate>Sun, 21 Sep 2025 14:55:10 +0200</pubDate>
      <guid isPermaLink="false">9de9efd1d614f374deb6f91adb884787</guid>
    </item>
    <item>
      <title>Frieden in Donezk</title>
      <link>https://steffen-geyer.de/lyrik/frieden-in-donezk</link>
      <image>https://steffen-geyer.de/lyrik/bl-content/uploads/pages/3050f12022e779cf578c2ba388c11876/haus-in-truemmern_0.jpg</image>
      <description>&lt;p&gt;Wenn die Waffen schweigen&lt;br&gt;Werden als erstes Vögel singen&lt;br&gt;Fröhlich lassen sie erklingen ihre Lieder&lt;br&gt;Zwischen Trümmerbäumen&lt;br&gt;Bauen Nester in den Panzerwracks&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Bunter Federreigen&lt;br&gt;Wie frei sie tanzen, sorglos springen&lt;br&gt;Ihr Trällern will fahren dir wohl in die Glieder&lt;br&gt;Doch an Wegessäumen&lt;br&gt;Wachsen Minen statt blauer Blumen&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;br&gt;Wenn die Waffen schweigen&lt;br&gt;Werden die Alten Witze machen&lt;br&gt;Erzählen, dass früher alles viel besser war&lt;br&gt;Vor allem Not und Tod&lt;br&gt;Wie laut werden sie Schenkel klopfen&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Uns die Stümpfe zeigen&lt;br&gt;Und sagen: Es helfe nur lachen&lt;br&gt;Über das Bein, das verloren ging letztes Jahr &lt;br&gt;Auf der Suche nach Brot&lt;br&gt;Fand es Metall mit Hunger auf Fleisch&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;br&gt;Wenn die Waffen schweigen&lt;br&gt;Werden die Frauen hoffen wagen&lt;br&gt;Dass der Mann heimkehrt, dass der Sohn, lang verschollen&lt;br&gt;Überlebt hat den Krieg&lt;br&gt;In einer Ruine verborgen&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Warten an Bahnsteigen&lt;br&gt;Mit vollem Herz und leerem Magen&lt;br&gt;Weil sie die bitt're Wahrheit nicht fressen wollen&lt;br&gt;Dass ihnen bringt der Sieg&lt;br&gt;Nur noch mehr Trauer keinen Frieden&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;br&gt;Wenn die Waffen schweigen&lt;br&gt;Werden die Männer weinen müssen&lt;br&gt;All die Tränen, für die war im Kampf keine Zeit&lt;br&gt;Über Kameraden&lt;br&gt;Ohne Glück, Hoffnung oder Morgen&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wie sie Köpfe neigen&lt;br&gt;An jedem Grab mit Salutschüssen&lt;br&gt;Selbst wenn in ihm niemand liegt, verlangt es der Eid&lt;br&gt;Die Trauer zu tragen&lt;br&gt;Ein jeder tausend Tonnen Sorgen&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;br&gt;Wenn die Waffen schweigen&lt;br&gt;Wird der Krieg noch nicht zu Ende sein&lt;br&gt;Alter Schmerz aus dem neue Zeiten gewoben&lt;br&gt;Zu vergiften längst droht&lt;br&gt;Was heiß ersehnt wurd' von so vielen&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Was der Ruhe eigen&lt;br&gt;Sie dient Gut wie Böse oft zum Schein&lt;br&gt;So manche, die heute wohl Frieden geloben&lt;br&gt;Beten heimlich für Tod&lt;br&gt;Neues Leid schwelt wie Feuer im Schutt&lt;/p&gt;</description>
      <pubDate>Sat, 13 Sep 2025 17:57:29 +0200</pubDate>
      <guid isPermaLink="false">3050f12022e779cf578c2ba388c11876</guid>
    </item>
    <item>
      <title>Geld und Sorgen</title>
      <link>https://steffen-geyer.de/lyrik/geld-und-sorgen</link>
      <image>https://steffen-geyer.de/lyrik/bl-content/uploads/pages/dd066ffaa374c5ff65e0cbe4905d7a48/tuersiegel-polizei-berlin.jpg</image>
      <description>&lt;p&gt;Es ist nicht leicht auf einen grünen Zweig zu kommen, wenn die in Blau einen hindern, was schwarz zu machen. Mitunter sind die Tage so dunkel, dass der graue Markt wie ein Silberstreif am Horizont erscheint.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Doch egal wie rot die Zahlen sind: Wenn nur die goldene Zeiten haben, die am Weißwaschen verdienen, mach' blau!&lt;/p&gt;</description>
      <pubDate>Wed, 10 Sep 2025 14:19:14 +0200</pubDate>
      <guid isPermaLink="false">dd066ffaa374c5ff65e0cbe4905d7a48</guid>
    </item>
    <item>
      <title>Schritt um Schritt</title>
      <link>https://steffen-geyer.de/lyrik/schritt-um-schritt</link>
      <image>https://steffen-geyer.de/lyrik/bl-content/uploads/pages/61330a9fd6f660f9b4b33fb3fb000045/teide-wueste.jpg</image>
      <description>&lt;p&gt;Zwischen dem, was ich fühle und dem, was ich müsste &lt;br&gt;Glüht eine zwölf Meilen durchmessende Wüste &lt;br&gt;Betrete ich sie, verbrennen die Füße&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ein Dürsten zwingt mich den Weg zu gehen&lt;br&gt;Lern' auf verbrannter Erd' zu stehen&lt;br&gt;Frag mich, wofür ich hier büße&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ist's Trotz, der mich vorwärts treibt&lt;br&gt;Ist's, weil mir sonst nichts bleibt&lt;br&gt;Ist's deine Süße&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wo ich hin will&lt;br&gt;Trotz Unbill&lt;br&gt;Küsse&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Du&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;/p&gt;</description>
      <pubDate>Sun, 31 Aug 2025 00:28:37 +0200</pubDate>
      <guid isPermaLink="false">61330a9fd6f660f9b4b33fb3fb000045</guid>
    </item>
    <item>
      <title>Er und Ich</title>
      <link>https://steffen-geyer.de/lyrik/er-und-ich</link>
      <image>https://steffen-geyer.de/lyrik/bl-content/uploads/pages/089e08ffc840eaef623e89025bc529b9/irrer-blick.jpg</image>
      <description>&lt;p&gt;&lt;b&gt;[TW: Gewalt, Selbstverletzung/Suizid]&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ich habe einen Mann ermordet letzte Nacht&lt;br&gt;Sah ihn sein Heim verlassen&lt;br&gt;Sah ihn Abschied nehmen&lt;br&gt;Ohne ein freundliches Wort für die, die blieben&lt;br&gt;Nur ein unbewusstes Grunzen&lt;br&gt;Kein Ausdruck von Liebe oder Wehmut - bloße Gewohnheit&lt;br&gt;Als wüsste er nicht, dass dieser Abend mich enthielt&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Und in mir wuchs der Wunsch, zu strafen&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Bin ihm gefolgt, unerkannt&lt;br&gt;Zögerlich zunächst&lt;br&gt;Unentschlossen noch&lt;br&gt;Ob es geboten sei, zu richten&lt;br&gt;Sah ihn mit leerem Blick durch Straßen laufen&lt;br&gt;Blind für die Anderen&lt;br&gt;Taub für ihr Leid&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Und in mir wuchs der Wunsch, zu strafen&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Fast hätte er mich entdeckt in einem Spiegel&lt;br&gt;War zu nah ihm gekommen, voll Hass&lt;br&gt;Wollte ihn den Schmerz der Welt spüren lassen&lt;br&gt;Nicht weil ich Weisheit besäße, mehr als er&lt;br&gt;Nicht weil ich überlegen wäre&lt;br&gt;Ich konnte einfach seine Fratze nicht ertragen&lt;br&gt;Nichts rechtfertigte seine Existenz&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Und in mir wuchs der Wunsch, zu strafen&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wollte ihn tilgen, vernichten&lt;br&gt;Weil ich die Macht besaß, es zu tun&lt;br&gt;Mehr brauchte es nicht&lt;br&gt;Ihm das Leben zu nehmen&lt;br&gt;Seine Welt zu löschen&lt;br&gt;Gelegenheit, Motiv, Mittel in meiner Hand&lt;br&gt;Ankläger, Richter, Henker in einer Person&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Weil ich beschlossen hatte, ihn zu töten&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Seine Hoffnungen, Träume, gern geglaubten Lügen&lt;br&gt;Wollte ich ihm ins Maul stopfen&lt;br&gt;Gerade so, dass er halb daran ersticke&lt;br&gt;Wollte ihm den Rest des Halses füllen&lt;br&gt;Mit dem was mir an ihm unerträglich&lt;br&gt;Seiner Gleichmut, Trägheit, Ignoranz&lt;br&gt;Ihn würgen mit seiner Feigheit&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Weil ich beschlossen hatte, ihn zu töten&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Gab mich zu erkennen&lt;br&gt;Trieb ihn durch dunkle Gassen&lt;br&gt;Und obwohl er schneller lief und schneller&lt;br&gt;Rannte gar, die Augen weit von Furcht&lt;br&gt;Stellte ich ihn endlich&lt;br&gt;Mit dem Rücken zur Wand stand er&lt;br&gt;Und zitterte vor Angst&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Weil ich beschlossen hatte, ihn zu töten&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Er bettelte, flehte um sein Leben&lt;br&gt;Sank vor mir auf die Knie&lt;br&gt;Um abzuwenden, was unvermeidlich&lt;br&gt;Panisch rollende Augen suchten nach einer Waffe&lt;br&gt;Einem Schild, einem Fluchtweg&lt;br&gt;Er maß mich, berechnete meine Kraft&lt;br&gt;Sah seine Chancen schwinden&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Denn es hieß er oder ich&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Endlich stürzte ich mich auf ihn&lt;br&gt;Vor Wut fast trunken, gierig nach Gewalt&lt;br&gt;Zu seinem Ende entschlossen&lt;br&gt;Trieb ihm die Faust ins Gesicht mit aller Kraft&lt;br&gt;Bis Blut den Asphalt färbte&lt;br&gt;Seine Knochen brachen&lt;br&gt;Der Schmerz seine Schreie erstickte&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Denn es hieß er oder ich&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Und als er endlich vor mir niedersank&lt;br&gt;Ein letztes Röcheln nur im Brei der einst sein Mund&lt;br&gt;Geschlagen, verloren, sterbend&lt;br&gt;Und ich mich niederbeugte für das Ende&lt;br&gt;Sah ich Erkenntnis in seinem Blick&lt;br&gt;Verständnis für mein Werk&lt;br&gt;Mitleid mit meiner Pflicht&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Denn es hieß er oder ich&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ich habe einen Mann ermordet letzte Nacht&lt;br&gt;Dieser Mann war ich&lt;/p&gt;
&lt;p class="dot"&gt;&lt;b&gt;Hinweis:&lt;/b&gt;&lt;br&gt;Wenn du selbst von Depressionen betroffen bist oder dich in dem Text wiedererkennst: Du bist nicht allein. Sprich mit jemandem! Hilfe zu suchen ist kein Zeichen von Schwäche – sondern von Mut und Stärke.&lt;br&gt;Die &lt;a href="https://www.telefonseelsorge.de" title="Webangebot der Telefonseelsorge mit Chatfunktion"&gt;Telefonseelsorge&lt;/a&gt; ist rund um die Uhr kostenfrei unter 📞0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222 erreichbar.&lt;/p&gt;</description>
      <pubDate>Fri, 13 Jun 2025 10:59:26 +0200</pubDate>
      <guid isPermaLink="false">089e08ffc840eaef623e89025bc529b9</guid>
    </item>
    <item>
      <title>Kanzler*innen</title>
      <link>https://steffen-geyer.de/lyrik/kanzler-innen</link>
      <image>https://steffen-geyer.de/lyrik/bl-content/uploads/pages/be1c4649d9d73c7195811b4d5d0348a5/haus-in-anderem-land.jpg</image>
      <description>&lt;p&gt;Wir haben einen neuen &lt;s&gt;Merz&lt;/s&gt; Mann&lt;br&gt;Ein alter ist's, ein weißer&lt;br&gt;Der sagt, dass er es besser kann&lt;br&gt;Ich glaube, uns bescheisst er&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Er folgt auf einen and'ren Mann&lt;br&gt;Der noch ein weiser Alter&lt;br&gt;Und uns versprach, dass er es kann&lt;br&gt;Er sei Zukunftsgestalter&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Davor ne Frau, auch die war Mist&lt;br&gt;Ich mein' die mit den Händen&lt;br&gt;Die glaubte, dass es möglich ist&lt;br&gt;Mit Stillstand Welt zu wenden&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Vor ihr gab's Basta vom Prolet&lt;br&gt;Der streikte ohne Flasche&lt;br&gt;Ihm's seither nur um Zaster geht&lt;br&gt;Er sprang in Putins Tasche&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das Amt gewann er von nem Berg&lt;br&gt;Ne Birne war's so hoch wie breit&lt;br&gt;Spenden nahm der ohne Vermerk&lt;br&gt;Ehrenwort wicht'ger als Eid&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Er stahl den Job von einem Schlot&lt;br&gt;Der stets und ständig rauchte&lt;br&gt;Nach heißem Herbst und Rohölnot&lt;br&gt;Das Land Raketen brauchte&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der vor ihm trägt nen Friedenspreis&lt;br&gt;Für'n Kniefal, neuen Osten&lt;br&gt;Es sollte ihm trotz allem Fleiß&lt;br&gt;Guillaume den Posten kosten&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der alte Mann vorher war braun&lt;br&gt;Frau Klarsfeld gab ihm Schellen&lt;br&gt;Sein großer Bund macht' ihn zum Clown&lt;br&gt;Strauß' Ego seinem Dellen&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Davor ein Kerl so satt wie's Land&lt;br&gt;Versprach der Wirtschaft Wunder&lt;br&gt;Überm Atlantik Freunde fand&lt;br&gt;Daheim gab man ihm Zunder&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Den davor man "den Alten" nennt&lt;br&gt;Ihn wählt' einst jeder Zweite&lt;br&gt;Damit hier Krieg nie mehr entbrennt&lt;br&gt;Stand er an Frankreichs Seite&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Zehn Kanzler in knapp 80 Jahr&lt;br&gt;Egal wer auch regierte&lt;br&gt;Nie eineR davon besser war&lt;br&gt;Als Volk, das sie gebierte&lt;/p&gt;</description>
      <pubDate>Tue, 10 Jun 2025 16:45:42 +0200</pubDate>
      <guid isPermaLink="false">be1c4649d9d73c7195811b4d5d0348a5</guid>
    </item>
    <item>
      <title>Vater</title>
      <link>https://steffen-geyer.de/lyrik/vater</link>
      <image>https://steffen-geyer.de/lyrik/bl-content/uploads/pages/78df91dc8703f901e3df20f9c25f0ec4/gebrannte-kinder.jpg</image>
      <description>&lt;p&gt;3&lt;br&gt;So schwer ist sein Schritt, wütende Fratze&lt;br&gt;Süß sein Gestank, erhoben die Tatze&lt;br&gt;Er bellt seine Regeln, Kasernenton&lt;br&gt;Gleich legt er los, du kennst das doch schon&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Sein Gesicht so nah, es bringt dir den Schmerz &lt;br&gt;Vergrabe dich tief und schütze dein Herz&lt;br&gt;Er spürt sich grad nicht und nimmt dich nicht wahr&lt;br&gt;Das Beste wär', du wärst gar nicht da&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;br&gt;13&lt;br&gt;Er liebt seine Frau, da kennt er sich aus&lt;br&gt;Bringt immer genügend Kohle ins Haus&lt;br&gt;Dafür will er Ruhe, abends sein Bier&lt;br&gt;Dein Glück ist, du bist nur selten hier&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Tue nichts Gutes, macht er dir zum Ziel&lt;br&gt;Sprich nicht vom Innen, ein Wort schon zu viel&lt;br&gt;Wer hilft, wird betrogen, Opfer, wer fragt&lt;br&gt;Vertrau' nur dir, ist was er dir sagt&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;br&gt;23&lt;br&gt;Weit musst du weg, so weit, wie es nur geht&lt;br&gt;Hoffe und bete, es ist nicht zu spät &lt;br&gt;Nichts fürchtest du mehr, als wie er zu sein&lt;br&gt;Die Welt zu groß und das Herz zu klein&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Du bist nicht wie er, das soll'n alle seh'n&lt;br&gt;Kämpfen und fühlen, du weißt es wird geh'n&lt;br&gt;Reißt aus dir für Andere Arm und Bein&lt;br&gt;Das Herz zu groß und die Welt zu klein&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;br&gt;33&lt;br&gt;Deine Mutter erwacht im Krankenhaus&lt;br&gt;Und überall kommen so Schläuche raus&lt;br&gt;So weich war er nie, wie an jenem Tag&lt;br&gt;Verstehst endlich, warum sie ihn mag&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Nur gut zehn Minuten wäret das Glück&lt;br&gt;Schon zieht er sich wieder in sich zurück&lt;br&gt;Die Mutter halbtot, du merkst's ihm nicht an&lt;br&gt;Er über's Fühlen nicht reden kann&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;br&gt;43&lt;br&gt;Endlich in Rente das Leben geht los&lt;br&gt;Er zeigt, was er hat, das Auto soo groß&lt;br&gt;Jahrzehnte geschuftet, jetzt folgt der Lohn&lt;br&gt;Kein Jahr danach tot, der blanke Hohn&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Du bleibst zurück, wieder Sohn, wieder klein&lt;br&gt;Der Plan war doch anders, muss das jetzt sein&lt;br&gt;Du sollst vergeben, weil er's nicht mehr kann&lt;br&gt;Doch wie fängst du das Verzeihen an?&lt;/p&gt;
&lt;p class="dot"&gt;&lt;b&gt;Hinweis:&lt;/b&gt;&lt;br&gt;Dieses Gedicht ist ein persönlicher, subjektiver Blick auf meinen Vater – gefiltert durch meine Erfahrungen, Gefühle und Erinnerungen. Es erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder Gerechtigkeit gegenüber seinem Leben oder Wesen. Andere mögen ihn anders erlebt haben. Dies ist meine Geschichte – nicht seine ganze.&lt;/p&gt;</description>
      <pubDate>Mon, 09 Jun 2025 21:43:57 +0200</pubDate>
      <guid isPermaLink="false">78df91dc8703f901e3df20f9c25f0ec4</guid>
    </item>
  </channel>
</rss>
